Max Dax interviews Wolfgang Voigt

Wolfgang Voigt »Werkschau« @ JUBG

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Max Dax: Wolfgang, wie läuft es mit der Vorbereitung zu deiner ersten »Werkschau«? So hast du deine erste Ausstellung, also gewissermaßen dein Debüt, betitelt.

Wolfgang Voigt: Läuft! Ich bin natürlich hochgradig in den Vorbereitungen. Abgesehen von der Frage, welche Bilder ich ausstellen werde, muss natürlich auch noch der Raum fertiggestellt werden.

Max Dax: Um was für einen Raum handelt es sich?

Wolfgang Voigt: Es handelt sich um unser Kompakt-Großraumbüro im ersten Stock über dem Kompakt-Store. Heutzutage arbeiten die meisten vom Home Office aus. Der Raum ist ideal. Es war die einzig richtige Entscheidung: Wir zeigen die »Werkschau« da, wo sie auch hingehört. Aus dem Großraumbüro wurde ein White Cube mit mehreren, in den Raum hineinragenden Wandelementen, auf denen Arbeiten gezeigt werden können. Das Ganze hat jetzt etwas von einem Museum mit vielen Fluren und halboffenen Räumen, so dass ich meine Arbeiten in einem würdigen Umfeld zu einem Rundgang hängen kann. Ich kann dadurch auch ein breites Spektrum meiner künstlerischen Arbeit zeigen, da sich viele Kabinette geradezu anbieten, in ihnen jeweils eine Werkreihe zu zeigen. Das schließt aber nicht aus, sie musisch zu durchmischen.

Max Dax: Die ausführliche, konzentrierte Präsentation einer oder weniger Werkreihen stand nicht zur Debatte?

Wolfgang Voigt: Ich wollte von Anfang an ein breites Spektrum zeigen und eben nicht reduzieren oder minimalisieren, um eine monothematische Schau zu zeigen. Und natürlich werden ich und die JUBG schließlich noch einmal die von mir vorgeschlagene Hängung anschauen und sicherlich noch Arbeiten abhängen und neue hinzufügen.

Max Dax: Hast du Stress verspürt? Oder wie war das, plötzlich vor dem eigenen bisherigen Lebenswerk zu stehen und eine Auswahl zu treffen?

Wolfgang Voigt: Dieser »Werkschau« sind Jahre des In-Sich-Gehens vorausgegangen. Die Bilder hatten in diesen Jahren eine gute „Inkubationszeit“. Sie reiften still. Ich will Widersprüche, unterschiedliche Materialität und die reziproke Verbundenheit der Bilder mit der Musik zeigen. In der Musik würde man sagen, ich habe eine Kompilation erstellt, die meinen vielschichtigen Outputs gerecht wird. Auch hier wieder eine Parallele zur Musik, wo ich ja unter verschiedenen Monikern unterschiedlichste Musik veröffentlicht habe.

Max Dax: Dass es in deiner Methode der digitalen Malerei offensichtliche Parallelen zur Produktion von elektronischer Musik gibt – darüber haben wir bereits ausführlich im Katalog zur Ausstellung »Hyper – A Journey into Art and Music« in den Deichtorhallen Hamburg gesprochen – deiner ersten Teilnahme an einer großen Gruppenausstellung 2019.

Wolfgang Voigt: Und abermals war es so, dass ich den Raum mit Musik beschallt habe, als ich mit der Sichtung begann und mich dran machte, verschiedene Hängungen von Bildern auszuprobieren. Insbesondere die Platte »Cupid & Psyche 85« von Scritti Politti lief dabei rauf und runter. Manchmal hängte ich Arbeiten nur nebeneinander, weil ich im Dialog mit dem Gehörten zu meinen spürte, dass sie auf dieselbe Musik reagieren.

Max Dax: Als wären die Arbeiten animiert – als hätten sie eine Seele?

Wolfgang Voigt: Hängt ein Bild erst einmal alleine an der weißen Wand, pflegt es eine ganz eigene Energie zu entwickeln. Dieses Eigenleben habe ich nicht nur respektiert. Ich bin diesen Energielinien sogar nachgegangen. Es ist interessant, wie sich eine Ausstellung wie von selbst zu hängen beginnt, wenn man der Intuition neben dem Konzept einen Raum zugesteht. So konnte sich eine sehr komplexe Ausstellung, was Themenvielfalt, Dimensionen und Materialität, aber auch den großen Zeitraum, in welchem die Bilder entstanden sind, einer inneren Logik folgend, folgerichtig über die Räume und Wände ausbreiten.

Max Dax: Da beschreibst du den intuitiven Aspekt. Was ist mit dem Konzeptuellen? Sowohl in der Musik, wie auch in der bildenden Kunst arbeitest du dich von Moniker zu Moniker, von Werkreihe zu Werkreihe stets an oft hermetischen Konzepten ab.

Wolfgang Voigt: Das ist richtig. Das sind Denkräume, in denen ich mich dann bewege. In der Ausstellung kontextualisieren sich die Werkreihen gegenseitig. Und teilweise werden auch Brücken zum Musikalischen aufgezeigt. Und in der Summe handelt es sich um eine ziemlich bunte Sache. Ich darf das sagen, weil ich über die Jahre einen unvoreingenommenen, eigenen Blick auf meine Bilder habe entwickeln können. Die Hysterie ist raus, das Berauschtsein von dem soeben fertiggestellten Werk ist längst verflogen.

Max Dax: Warum hast du eigentlich so viele Jahrzehnte mit deiner ersten Werkschau gewartet? Umgekehrt ist der Großteil deines Œuvres seit Jahren frei über deine eigene Website einsehbar.

Wolfgang Voigt: Na ja. Du bist es gewesen, der mich nicht nur in eine Museumsausstellung eingeladen hat, sondern, viel wichtiger, den intellektuellen Diskurs mit mir gesucht hast. Da wusste ich: Hier wird auch der Kontext gesucht und dann erst ausgestellt. Also sagte ich 2019 Ja zu der ersten musealen Präsentation von uns gemeinsam ausgewählter Bilder. An einer bloßen Teilnahme an einer Gruppenausstellung war und bin ich nicht interessiert. Auch interessiert mich der Kunstbetrieb nicht per se. Ich bin durch die Spex und durch Diedrich Diederichsen diskursiv geschult. Und wenn dieser Diskurs gewährleistet ist, gibt es für mich auch keinen Grund, irgendwo nicht dabei zu sein. Als mich Jens-Uwe Beyer bat, in der JUBG auszustellen, da habe ich keine Sekunde gezögert zuzusagen. Jens-Uwe verkörpert für mich einen neuen, furchtlosen, empathischen Typus des Galeristen. Auch wir führen einen konstruktiven Diskurs. Und schließlich darf man nicht vergessen, dass ich in den vergangenen Jahrzehnten auch ein vielbeschäftigter Musiker und Betreiber des Labels KOMPAKT gewesen bin. Ich hatte nie Leidensdruck, auch keinen finanziellen Druck. Noch nicht einmal drängte mich mein Ego. Ich muss weder mir noch der Welt etwas beweisen.

Max Dax: Du machst ein Stück weit also Kunst um der Kunst willen – mit stoischer Geduld?

Wolfgang Voigt: Ganz genau.

Max Dax: Bist du in der Musik ähnlich geduldig?! Verhält es sich hier nicht genau umgekehrt? Du hast hunderte von Schallplatten veröffentlicht, unter diversen Künstlernamen und Pseudonoymen.

Wolfgang Voigt: Ich bin ein unabhängiger Mann, durch und durch. Im Falle der Musik gab es durch KOMPAKT eine Struktur, die es mir erlaubte, völlig frei und unabhängig von der Meinung und den Wünschen des Musikmarkts zu agieren. Eine ähnliche Perspektive bot sich mir bei »Hyper« und jetzt im Rahmen der »Werkschau« in der JUBG. Das ist der richtige Weg.

Max Dax: Das ist der lange Marsch.

Wolfgang Voigt: Ich wollte meine Kunst nie korrumpieren. Ich spiele bei dem Spiel, wer, wo und was Kunst sein darf, nicht mit. Auch teile ich nicht die weitverbreitete Meinung derer, die sagen, man sei entweder bildender Künstler oder Musiker – aber nicht beides. Gerade an der Schnittstelle von Kunst und Musik entstehen für mich oft die interessantesten Arbeiten. Und da wiederum spielt eine gewichtige Rolle, dass Bilder leise sind. Und geduldig wie ich.

Max Dax: Welche Geschichte erzählst du in deiner »Werkschau« konkret?

Wolfgang Voigt: Meine Bilder sind trotz aller Widersprüchlichkeit und Komplexität am Ende doch wie lauter Bäume in einem großen Wald. In meiner »Werkschau« werden die Besucher mit dieser vermeintlichen Vielstimmigkeit konfrontiert und dabei erkennen, dass es am Ende nicht einzelne Bäume sind, sondern ein Wald. Und dieser Wald erzählt meine Geschichte – die Geschichte von einem, der nach vier Jahrzehnten künstlerischer Praxis bei sich angekommen ist. Indem die verschiedenen Serien zum ersten Mal und zugleich in einer Ausstellung gezeigt werden, entsteht eine Gleichzeitigkeit, die imstande ist, die genannten Widersprüche aufzulösen.

Max Dax: Zugleich nutzt du den Abend der Ausstellungseröffnung, um das zehnte Album von GAS, »Der lange Marsch« erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen.

Wolfgang Voigt: Ja. Die Veröffentlichung des Albums ist ganz bewusst Teil der Ausstellung, um eine maximale Zusammenführung und Wechselwirkung in meinem künstlerisches Gesamtschaffen herzustellen. Dabei wird die Musik zur Zeit tendenziell eher leiser und die Bilder werden lauter.

Max Dax: Ein roter Faden in deinem künstlerischen Ausdruck ist der Loop. Du arbeitest mit dem Loop und du hinterfragst ihn zugleich in deinen vielen verschiedenen Projekten. Aber auch in deiner digitalen, oftmals auf Fotos basierenden Malerei und in deinen ebenfalls digital erstellten Collagen, thematisierst du die Wiederholung.

Wolfgang Voigt: Der Loop ist für mich eine Art, die Welt zu sehen, beziehungsweise in Frage zu stellen. In dem Moment, wo ich ein singuläres Zeichen wiederhole und nebeneinander stelle, verändert es seine Bedeutung. Es entsteht eine Art Trance. Es entsteht ein anderer Blick auf die Welt. Und das ist tatsächlich ein Prinzip, das sich bei mir durch die Musik wie auch durch die Malerei zieht. Allerdings gibt es immer auch an einer Stelle den Bruch mit dem Konzept – den Glitch.

Max Dax: Du meinst damit einen Grafik- oder Soundfehler, der bewusst nicht korrigiert wird und damit ein unplanbares, erratisches Moment in die Musik beziehungsweise in ein Bild bringt?

Wolfgang Voigt: Es gibt immer das Moment, wo ich mit dem Konzept breche, und der Track oder das Bild ihr Eigenleben bekommen. Erst durch den Bruch mit dem Geplanten entsteht die Wahrheit. Das Konzept ist immer nur der Schlüssel zu etwas Unbekanntem, das sich stets erst durch die Sollbruchstelle des Glitches materialisiert. Die Verbindlichkeit des Konzeptionellen wird gekreuzt mit der Gleichzeitigkeit dessen, was man daran nicht versteht. Das ist wie eine Geheimsprache, die man intuitiv begreifen oder spüren kann.

Max Dax: Wie geht diese Ausstellung, die ein ganzes künstlerisches Leben zusammenfasst, mit dem Umstand zusammen, dass du mit »Der lange Marsch« musikalisch den Fokus fast wie mit einem Brennglas ganz spezifisch auf eine singuläre Arbeit richtest?

Wolfgang Voigt: In deiner Frage steckt bereits meine Antwort. Einerseits wird das vermeintlich widersprüchliche Spektrum künstlerischer Arbeiten eines ganzen Lebens gezeigt, die Partikel für Partikel wiederum auf parallel stattgefunden habende musikalische Veröffentlichungen und Stücke verweisen. Andererseits ist die Beschränkung auf die jüngste Aufnahme meines monolithischen GAS-Zyklus ein Angebot, am Beispiel eines ganz spezifischen Werkes auf den Gesamtkontext zu verweisen. Ich nutze die doch sehr prominente Veröffentlichung des Albums, um es zu einem Teil der Ausstellung zu integrieren. Auf der anderen Seite zeige ich in der Ausstellung ja auch eine Reihe von »Waldloop«-Bildern. Die schlagen eine direkte Brücke zu GAS.

Max Dax: Der musikalische Einfluss auf die Bilder wird von dir also partiell hörbar gemacht – und damit dechiffrierbar.

Wolfgang Voigt: Albert Oehlen zum Beispiel beschallt sich in seinem Atelier mit Free Jazz oder Scooter oder hört Gabber-Musik von mir. Und natürlich hat Musik Einfluss auf die Kunst. Ich kann mich bei jedem Bild erinnern, in welchem geistig-philosophisch-musikalischen Kontext es entstanden ist. Jetzt kommen die, nachdem sie Jahre lang im dunklen Keller ausgeharrt haben, wieder ans Licht und werden musikalisch neu aufgeladen. Und das gibt mir die Kraft mich inmitten dieser Ausstellung entspannt so gut und sicher zu fühlen.

„Weg. Ziel. Loop. - Waldloop.“

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Max Dax: Wolfgang, how are the preparations for your »Werkschau« coming along? Work show - This is how you have titled your first exhibition, hence your debut.

Wolfgang Voigt: It’s going nicely! Of course, preparations are in full swing. Aside from the question of which works I will show, the venue obviously has to be prepared.

Max Dax: What kind of venue are we talking about here?

Wolfgang Voigt: We’re talking about our Kompakt open-plan office just above the Kompakt store. These days, most employees work in the home office. The space is ideal. It was just the right decision: We are going to present the »Werkschau« where it belongs. The open-plan office turned into a white cube with various wall elements protruding into the room, functioning as displays for works. The whole thing reminds you somewhat of a museum with lots of corridors and semi-open rooms, allowing me to install my works in a decent environment for visitors to walk around in. This allows me to present a broad variety of my artistic works since many cabinets are virtually predestined to display a series of works each. Yet this does not rule out mixing them musically.

Max Dax: The extensive, concise presentation of one or a couple series of works was not up for discussion?

Wolfgang Voigt: I’ve always wanted to show a broad spectrum of my work and thus not reduce or minimalize to present a monothematic show. And, of course, JUBG and I will assess the presentation as proposed by me and certainly take down or add a couple of works to it.

Max Dax: Did you feel distressed? Or how did it feel to suddenly physically stand in front of your own current life’s work and make a selection?

Wolfgang Voigt: This work exhibition was preceded by years of introspection, which gave the works a good ‘incubation time’. They matured quietly. I want to show contradictions, different materialities, and the reciprocal connection of the works with music. Within musical terminology, one would say that I have created a compilation that does justice to my complex artistic output. A parallel could be drawn here again with music, as I have published various types of music under different monikers.

Max Dax: We have already extensively talked about the obvious parallels between your method of digital painting and the production of electronic music in the catalog accompanying the exhibition »Hyper – A Journey Into Art And Music« at Deichtorhallen Hamburg – your first-ever participation in a major group exhibition in 2019.

Wolfgang Voigt: Back then I had also filled the space with music when I first inspected it and tried out different installations of the works. The record »Cupid & Psyche 85« by Scritti Politti was playing non-stop. In some instances, I only installed the works next to each other because while processing what was being heard I felt that they were responding to the same music.

Max Dax: As if the works were animated – as if they had a soul?

Wolfgang Voigt: Once a work is on display on a white wall, it develops its very own energy. Not only did I respect this independent existence. I even followed these energy lines. It is interesting to see how an exhibition almost begins to install itself if one gives space to intuition aside from the concept. This is how a very complex exhibition with a broad variety of subjects, dimensions, and materiality, with works that were created over a long period, could spread out consequently over the rooms and walls of the space.

Max Dax: You are describing an intuitive aspect. What about the conceptual aspect? Within both your music and your visual art you work your way from one moniker to the other, from series to series, and through oftentimes hermetic concepts.

Wolfgang Voigt: That’s right. Those are thinking spaces, in which I then move within. Within the exhibition, the individual work series contextualize each other. In part, bridges to music are indicated. the total sum amounts to a pretty colorful matter. I can say this because over all those years I was able to develop my own, unbiased view of my works. The hysteria is gone, just like the ecstasy of the recently completed work.

Max Dax: Why did you wait so many years with this first work show? Contrarily, the greater part of your Œuvre has been freely accessible for years on your website.

Wolfgang Voigt: Well. You are the one who did not only invite me to do a museum exhibition but also and even more importantly approached me for intellectual discourse. I knew then that the context was emphasized. That’s why in 2019 I confirmed the first museum presentation with works we had selected together. Frankly, I am not interested in participation in mere group exhibitions. I am also not intrigued by the art market per se. I have been discursively schooled by Spex magazine and by Diedrich Diederichsen. And as long as this discourse is assured, there is no reason for me to not participate. When Jens-Uwe Beyer invited me to exhibit at JUBG, I did not hesitate one bit before confirming. To me, Jens-Uwe embodies a new, fearless and empathetic type of gallerist. We as well lead a constructive discourse. You should not forget after all that for the past decades I have also been a very busy musician and manager of the label KOMPAKT. I never suffered from inner pressure or financial pressure. I wasn’t even driven by my ego. I don’t have to prove anything to myself or the world.

Max Dax: So you are in some way making art for the sake of art – with stoic patience?

Wolfgang Voigt: Exactly.

Max Dax: Are you as patient when it comes to music?! Isn’t it exactly the opposite in this case? You have released hundreds of vinyls under diverse pseudonyms.

Wolfgang Voigt: I’m an independent man, thoroughly. When it comes to music, KOMPAKT gave me a structure that allowed me to operate entirely free and autonomous from the general market opinion and its wishes. A similar perspective offered itself to me with »Hyper« and now in the course of the »Werkschau« at JUBG. That’s the right way.

Max Dax: That’s the long walk (ed. »Der Lange Marsch«).

Wolfgang Voigt: I never wanted to corrupt my art. I don’t play along in the game of who, where, and what is allowed to be considered art. I also do not share the popular opinion of those saying you are either a musician or a visual artist – but not both at once. For me, it is precisely on the interface of art and music where the most intriguing works evolve. And here the works need to be quiet. And patient, just like me.

Max Dax: Which specific story are you telling in your »Werkschau«?

Wolfgang Voigt: Despite all the contradictions and complexity, my works are ultimately like the trees in an extensive forest. The visitors of my »Werkschau« will be confronted with this supposed polyphony and thereby recognize that in the end, they are not individual trees, but a forest. And this forest tells my story – the story of one who, after four decades of artistic practice has found himself. By displaying the individual series at once and for the first time in an exhibition, a simultaneity is created that is capable of resolving these contradictions.

Max Dax: At the same time, you make use of the opening night to introduce the tenth studio album of GAS, »Der Lange Marsch« (ed. »The Long Walk«) to the public.

Wolfgang Voigt: Yes. The release of the album is deliberately intended to be part of the exhibition, to create the greatest possible fusion and interaction within my artistic Œuvre. In the course of this, the music is currently becoming generally quieter and the works become louder.

Max Dax: An integral aspect of your artistic expression is the loop. You work with the loop and at the same time question it in a variety of your many projects. But even in your digital paintings, which are often based on photography, and your digitally created collages, you broach the issue of repetition.

Wolfgang Voigt: To me, the Loop is a way of seeing the world, or rather questioning it. When I repeat a singular sign and juxtapose it, it changes its meaning. A kind of trance is created, a different view of the world. And this is indeed a principle that informs both my music and my paintings. However, there is always also the radical break with the concept – the glitch.

Max Dax: You mean a sound error or a graphical bug that is consciously not being corrected and thereby introduces an unpredictable, erratic moment to the music or a painting?

Wolfgang Voigt: There is always the moment where I break with the concept when the track or the painting develops its own existence. It is this very break with what was planned that creates the truth. The concept always functions only as the key to something unknown, which then materializes through the predetermined breaking point of the glitch. The commitment of the conceptual is crossed with the simultaneity of what you do not understand about it. Just like a secret language that you can feel and comprehend intuitively.

Max Dax: How does this exhibition, a summary of an entire artistic life, go together with the fact that »Der Lange Marsch« musically puts the focus specifically on one singular work?

Wolfgang Voigt: Your question already includes my answer. For one thing, the supposedly self-contradictory spectrum of artistic works of a whole lifetime is being presented, with each particle then referencing musical releases and tracks that took place simultaneously in the past. On the other hand, the limitation to the most recent record of my monolithic GAS-cycle is a proposal to refer to the overall context with just one specific work of music. I make use of the popular release of the album to incorporate it as part of the exhibition. Then again I also present a series of »Waldloop« images in the exhibition, which bridge directly to GAS.

Max Dax: The influence of music on the works is being made partially audible by you – and thereby decipherable.

Wolfgang Voigt: Albert Oehlen for example blasts free jazz or Scooter in his studio or listens to gabber music by me. And most certainly does music influence art. With every one of my artworks I can remember in which mental, philosophical, musical context it was created. After holding out in the basement for years and years, I can bring those works back to light and recharge them musically. And this gives me the strength to feel relaxed and confident amid this exhibition.

"Path. Destination. Loop. - Forest Loop."

December 3rd 2021